Table of Contents Table of Contents
Previous Page  9 / 38 Next Page
Information
Show Menu
Previous Page 9 / 38 Next Page
Page Background

12 /01 | 2018 /2019

www.cetoday.ch

© netzmedien ag

In Kooperation

MARKET 

Smarthome-News | 

11

René Senn

Fachgruppe Intelligentes

Wohnen der GNI

DER AUTOR

DIE GNI

In der GNI sind Hersteller,

Systemintegratoren und

Dienstleistungsanbieter or-

ganisiert, um das Smart­

home in der Schweiz nach-

haltig zu fördern. Bereits

seit dem Jahr 2000 enga-

giert sich ihre Fachgruppe

«Intelligentes Wohnen» für

dieses Ziel. Sie organisiert

unter anderem Smarthome-Tagungen und ist auch

Mitinitiatorin des Jahrbuchs

«Intelligentes Wohnen». Die

Fachgruppe arbeitet eng

mit dem VSRT, dem VSEI

und weiteren Verbänden

zusammen, denn Vernet-

zung fordert alle Branchen.

Vertiefte Informationen und

Ausbildung sind weitere

wichtige Aufgaben der

Fachgruppe.

Der Busankoppler macht den Unterschied

«Früher war alles einfacher», ist eine oft gehört Redensart.

Viele lieben das Altbewährte, doch die Zeiten und die

Technologien ändern sich, immer wieder. So war auch bei

KNX über Jahre klar, wie eine Topologie aussieht und wel-

che technischen Grenzen gelten. Neue Produkte bieten

aber auch hier neueMöglichkeiten, was immer mal wieder

für Verwirrung sorgt.

KNX als dezentrales System ist für die Installation in

einzelnen Segmenten, das heisst Bereichen und Linien

ausgelegt. Die Segmente werden unabhängig voneinander

mit Strom versorgt, sodass ein Ausfall nicht eine ganze

Anlage betrifft, sondern nur ein Teilsegment – oder eben

eine Linie. Die Segmentierung hilft zudem, das Kommu-

nikationsvolumen auf dem Bussystem zu verteilen. Da-

durch sind Gebäudeautomationsanlagen in nahezu belie-

biger Grösse realisierbar, und dies auch gewerkeübergrei-

fend (HLKSE). Nun steht seit Kurzem die Frage im Raum,

wie viele Geräte an einer KNX-Linie angeschlossen wer-

den können. Grund dafür ist, dass Hersteller seit geraumer

Zeit verschiedene Spannungsversorgungen mit bis zu

1280mA anbieten. Wir stellen die Frage nach der Anzahl

Teilnehmer deshalb dem KNX-Experten Beat Bebi, der in

der KNX-Ausbildung und im KNX-Kundensupport von

Feller täglich damit konfrontiert ist.

Unter KNX-Integratoren wird immer wieder diskutiert, wie die Anzahl möglicher Geräte in einer

KNX-Installation berechnet werden kann. Dieser Artikel und das Interview mit Beat Bebi, technischer

Kundensupport und KNX-Ausbildung bei Feller, sollen hier Klarheit schaffen.

Artikel online

auf

www.cetoday.ch

Webcode DPF8_115872

INTERVIEW

Können Sie die Frage, wie viele KNX-Geräte denn nun effektiv

auf einer Linie installiert werden können, abschliessend beant-

worten?

Beat Bebi: Nein, als Antwort kann ich nicht einfach eine einzelne

Zahl angeben. Diese hängt von verschiedenen Faktoren ab. Ich

fürchte, die Meinungen gehen hier auch unter den Experten aus-

einander. In den KNX-Spezifikationen sind die Zahlen jedoch klar

definiert. Das entscheidende Kriterium ist die Art der verwende-

ten KNX-Busankoppler. Gemäss KNX Association sind zwei Ty-

pen spezifiziert. Die bisherigen Typen tragen die technische Be-

zeichnung TP1-64-Geräte. TP steht für Twisted Pair, 64 steht für

maximal 64 Geräte pro Liniensegment. Pro Linie sind zudem vier

Segmente möglich, was letztlich mit dem Einsatz von drei parallel

geschalteten Linienverstärkern 256 TN pro Linie ermöglicht.

Und was ist der zweite Typ?

Das sind die neueren TP1-256-Busankoppler. Wenn auf einer Li-

nie nur Geräte vom Typ TP1-256 verwendet werden, können da­

rauf theoretisch 256 TN angeordnet werden. Es dürfen aber kei-

ne Linienverstärker mehr eingesetzt werden. In der Praxis wird

dieses Maximum jedoch kaum jemand ausreizen.

Kann ich die verschiedenen Busankoppler auch auf einer Linie

kombinieren?

Ja, ohne Probleme. Sobald jedoch ein Busankoppler vom Typ

TP1-64 in einer Linie vorhanden ist, dürfen an dieser Linie nur

noch maximal 64 KNX-Teilnehmer angeschlossen werden. Da in

einer bestehenden Linie auch mal neue Geräte dazukommen

können, ist es von Vorteil – oder besser gesagt, sind wir auf der

sicheren Seite –, wenn wir stets das Maximum von 64 Geräten

pro Linie einhalten.

Und wie hoch kann ein Integrator nun effektiv gehen?

Mit einer 1280mA-Spannungsversorgung und nur TP1-256-Ge-

räten theoretisch auf 256 Geräte, wenn die Stromleistung genü-

gend ist. Aber das ist wie gesagt Theorie. Es hängt immer von

der effektiven Leistungsaufnahme der angeschlossenen Teilneh-

mer ab. Ich empfehle, nicht mehr als 80 Geräte auf einer Linie zu

platzieren. Gerade bezüglich der Ausfallsicherheit ist es doch

besser, wenn mehrere kleinere, autonom versorgte Linien erstellt

werden.

Welche Anzahl TN empfehlen Sie?

Für die Planung empfehle ich folgende Richtwerte: Maximal 55

TN pro Liniensegment bei TP1-64- beziehungsweise 80 TN pro

Linie bei reinen TP1-256-Installationen. So steht mir später je-

weils eine Ausbaureserve bis zur Maximalauslastung der Linie

beziehungsweise der Spannungsversorgung zur Verfügung. Ge-

wisse Spannungsversorgungen können auch parallelgeschaltet

werden. Die Parallelschaltung von zwei 1280mA-Spannungsver-

sorgungen ist nicht erlaubt, weil sonst der maximale Kurz-

schlussstrom von 3A nicht mehr eingehalten werden kann.

Beat Bebi engagiert sich

seit 17 Jahren mit Herzblut

für KNX und kennt dessen

technische Details aus

seiner täglichen Arbeit.