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ELEKTRO HEUTE

 / 12 / 01 | 2018/ 2019

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MARKET

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«Internet of Insecure Things»

in der Baubranche

Anfang Oktober hat der zweite Gebäudetechnik-Kongress

im KKL Luzern unter dem Leitthema «Digital & Smart»

stattgefunden. Wie das Event-Organisationskomitee mit-

teilt, lockte der Gebäudetechnik-Kongress 2018 mit Refe-

renten aus dem In- und Ausland, die über die fortscheiten-

de Digitalisierung der Branche sprachen. Adrian Alten-

burger, OK-Präsident und Vizepräsident des Schweizeri-

schen Ingenieur- und Architektenvereins (SIA), sagte

während seiner Keynote: «Wir möchten mit dem Gebäu-

detechnik-Kongress Forschung und Praxis näher zusam-

menführen.»

AmKongress sprach auchDeepak Aatresh, Mitgründer

und Geschäftsführer des Silicon-Valley-Start-ups Aditazz.

Aatresh sprach über die automatisierten Computerpro-

gramme von Aditazz, die Planungsaufgaben übernehmen.

Prozessdiagramme liessen sichmit der Software von Adi-

tazz automatisch in 3-D-Pläne umsetzen.

«Architektur ist nicht objekt-, sondern subjektbezogen»,

sagte Sacha Menz, Professor für Architektur und Baupro-

zesse an der ETH Zürich. Mit Leichtbau und kluger Ver-

dichtung könne der Schweizer Gebäudepark ebenso mo-

dernisiert werden wie mit dezentraler Gebäudetechnik.

Urs von Arx, CEO von Hefti Hess Martignoni (HHM),

sieht in der Zukunft mehr Chancen als Risiken für die Pla-

ner, wie er sagte. Digitale Technologien und Prozesse wür-

den in nahezu allen Bereichen verschmelzen, von Zusam-

menarbeit über (Aus-)Bildung bis zumGesundheitswesen.

Hannes Mayer, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehr-

stuhl von Gramazio & Kohler an der ETH Zürich, berich-

tete vom robotergestützten Bauen: «Für die Dachkons­

truktion des Arc Tec Lab mussten wir eine Million Nägel

nach SIA-Normen platzieren. Solche Aufgaben sind mit

herkömmlichen Abläufen unmöglich zu lösen.»

Neue, branchenfremde Anbieter

Marc Beermann, Mitgründer und COO der Allthings Tech-

nologies, sagte an seiner Keynote: «Immobilienbewirt-

schaftung funktioniert heute noch weitgehend so wie vor

50 Jahren. Das wird sich ändern.» Er glaubt, dass in Zu-

kunft Gebäudebesitzer direkt mit ihren Mietern kommu-

nizieren.

Michael Scheiwiller, Leiter Projektentwicklung bei der

Methabau-Gruppe, sagte: «Für uns gibt es keine halben

BIM-Lösungen. Wenn schon, setzen wir vollständig auf

BIM, und zwar bis zum letzten Detail.»

Christian Grasser, Geschäftsführer des Telekom-Bran-

chenverbandes Asut, sagte: «Seit einigen Jahren zeichnet

sich ab, dass sich das Smarthome als Teil des Internets der

Dinge weiterentwickeln wird, etwamit Lora-WAN.» Grosser

Vorteil der batteriebetriebenen Sensoren sei ihre Lebens-

dauer von 5 bis 15 Jahren. Amanderen Ende des Spektrums

stehe schon bald der Mobilfunk: In der Schweiz soll ab 2019

der neue Standard 5G eingeführt werden. Er kann bis zu

1 Million Geräte pro Quadratkilometer gleichzeitig verbin-

den, beim aktuellen Standard 4G sind es 1000 Geräte.

Martin Leuthold, Mitglied der Geschäftsleitung von

Switch, erinnerte daran, dass die Begeisterung für aggre-

gierte Daten, Cloud-Lösungen und digitalisiertes Planen

und Bauen zuweilen den Blick für die Sicherheit verstellen.

Er sprach deshalb von einem «Internet of insecure things».

Bei Millionen von Smarthome-Komponenten gebe es dies-

bezüglich ein Marktversagen. «Sicherheit kostet nur, und

dafür will niemand bezahlen. Deshalb werden wir Mini-

malstandards definieren müssen, wie sie zum Beispiel

auch für Elektrogeräte gelten.»

Der nächste Gebäudetechnik-Kongress findet am3. Okto-

ber 2019 wiederum im KKL Luzern statt.

Am 4. Oktober hat der zweite Gebäudetechnik-Kongress in Luzern stattgefunden. Referenten aus dem In- und Ausland

sprachen über die Digitalisierung in der Baubranche und forderten neue Rahmenbedingungen. Forschung und Praxis sollen

an diesem Kongress näher zusammengeführt werden.

Autor: Fabian Pöschl

« SICHERHEIT KOSTET NUR,

UND DAFÜR WILL NIEMAND

BEZAHLEN. DESHALB

WERDEN WIR MINIMAL-

STANDARDS DEFINIEREN

MÜSSEN, WIE SIE ZUM

BEISPIEL AUCH FÜR ELEK-

TROGERÄTE GELTEN. »

Martin Leuthold,

Mitglied der Geschäftsleitung von Switch

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