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06 /2018

www.cetoday.ch

© netzmedien ag

In Kooperation

MARKET 

Smarthome-News | 

11

DIE GNI

In der GNI sind Hersteller,

Systemintegratoren und

Dienstleistungsanbieter or-

ganisiert, um das Smart­

home in der Schweiz nach-

haltig zu fördern. Bereits

seit dem Jahr 2000 enga-

giert sich ihre Fachgruppe

«Intelligentes Wohnen» für

dieses Ziel. Sie organisiert

unter anderem Smarthome-Tagungen und ist auch

Mitinitiatorin des Jahrbuchs

«Intelligentes Wohnen». Die

Fachgruppe arbeitet eng

mit dem VSRT, dem VSEI

und weiteren Verbänden

zusammen, denn Vernet-

zung fordert alle Branchen.

Vertiefte Informationen und

Ausbildung sind weitere

wichtige Aufgaben der

Fachgruppe.

Verlaufen Innovation und Evolution

im Unternehmen synchron?

An der Light +Building präsentiert die Industrie alle zwei

JahreWeltneuheiten aus den Bereichen Licht, Elektrotech-

nik sowie Haus- und Gebäudeautomation. Nicht jeder aus

der Schweizer Branche kennt die Messe, aber in den letz-

ten Jahren sind immer mehr Schweizer Fachleute nach

Frankfurt gereist, umzuerfahren, was dieGebäudesystem­

technik an Trends zu bieten hat.

Ausser dem grossen Messethema Licht, das sich über

viele Hallen der Light +Building erstreckt, hat auf deutlich

kleinerer Fläche auch die «normale» Installationstechnik

ihren Platz. Besonders interessant sind natürlich für un-

sere Branche dieThemen Gebäudetechnik, Gebäudeauto-

mation sowie die Smarthomes. Alle grossen europäischen

Hersteller präsentieren mit enormem, auch personellem

Aufwand ihre Neuheiten in diesen Bereichen.

Was sind echte Innovationen?

Eine Frage, dieman jeweils auf der Rückfahrt von der Mes-

se zu hören bekommt ist, ob man jetzt die absolute Inno-

vation gesehen hat oder nicht. Und genau auf diese Frage

wollen wir hier detaillierter eingehen.

Die Light +Building 2018 hat einmal mehr gezeigt, dass

die absolute Innovation am ehesten in der kontinuierli-

chen Entwicklung, der Evolution der Technik zu finden ist.

Klar gibt es Hersteller, die mit Neuheiten aufwarten, die

den Nutzen der vernetzten Gebäudetechnik deutlich stei-

gern. Die Frage nach der absoluten Innovation sollte je-

doch nicht davon ablenken, ob man sich mit dem eigenen

Installations- oder Integrationsunternehmen in Sachen

Evolution richtig aufgestellt hat. Denn die Unternehmens­

entwicklung, die Evolution, sollte mindestens gleich

schnell vonstattengehen wie die Entwicklung der Techno-

logie imMarkt, das heisst die Innovation. Setzt ein Unter-

nehmen mehrere Technologien gleichzeitig ein, verdop-

pelt es automatisch die Anforderungen an die Unterneh-

mensentwicklung und bindet entsprechend mehr Res-

sourcen. Abzuklären ist, ob diese Ressourcen vorhanden

sind oder ob sie mit mehr Personal und Weiterbildungen

erst noch geschaffen werden müssen.

Der Markt wird sich verändern, beziehungsweise krem-

pelt sich gerade gewaltig um. Doch viele Unternehmen be-

merken diese – nennen wir sie mal Gebäudetechnik-Meta-

morphose – nur bedingt. Wer genauer hinschaut und nach-

fragt und dabei die nötige Distanz wahrt, sieht die sich

abzeichnende Entwicklung deutlich: Die Gebäudetechnik

beziehungsweise die Gebäudeautomation haben sich be-

reits bestens etabliert. Die Steuerungen werden raffinierter,

die Implementation einfacher. Dennoch ist zunehmend

mehr Fachwissen erforderlich, was allerdings nicht neu ist.

Es gilt also einmal mehr, inWeiterbildungen zu investieren.

Ohne Evolution droht der Untergang

Ichmöchte nicht in der Haut eines Elektrikers stecken, der

eben eine Wohnung, ein Haus oder eine Eigentumswoh-

nung mit konventioneller Technik (Schema 3 oder Sche-

ma 6) ausgerüstet hat und nun dem Bauherrn, der per

«Zufall» etwas über das Smarthome gelesen hat, erklären

muss, warum seineWohnung nicht über eine zeitgemässe

Installation nach Stand der Technik verfügt. Eventuell er-

innern Sie sich an die einfache Ampelbetrachtung (siehe

«CEtoday» 11/2017). Das Beispiel oben bestätigt dieTheo-

rie, dass wir die «roten», stehen gebliebenen Unternehmen

leider nicht mehr auf die Reise zum intelligenten Gebäude

der Gegenwart mitnehmen können.

Nichts Neues ist auch, dass alles schneller wird, ein-

schliesslich der Gebäudetechnik-Metamorphose und aller

mit diesem Prozess verbundenen Dinge, Technologien,

Unternehmen und Personen. Mein persönliches Fazit zur

Messe lautet: Die klassische Gebäudesystemtechnik, die

aufgrund ihrer einfachen Topologie noch relativ leicht zu

planen, konstruieren und zu verstehen war, ist mehr als

etabliert. Die Systeme der Hersteller gehen teilweise gera-

de in die dritte Generation, was sie noch cleverer, interes-

santer und vielfach einfacher zu bedienen macht. Die

Funktionalitäten bisheriger Systeme werden immer weiter

in Richtung IP-, Netzwerk- und Internettechnologien aus-

geweitet. Auch das benötigt neues Fachwissen oder neues

Personal. Stillstand in einemUnternehmen statt kontinu-

ierlicher Weiterentwicklung wäre deshalb gerade in der

heutigen Zeit ein fataler, falscher Ansatz, dessen Auswir-

kungen noch nach Jahren zu spüren wären, denn Innova-

tion und Evolution bedingen sich gegenseitig.

Die Smarthome-Systeme der namhaften Hersteller sind in der zweiten, wenn nicht bereits

in der dritten Generation angelangt und deshalb mehr als ausgereift. Sie sind innovativ,

sie sind die Speerspitze der Elektroinstallation, sie sind Hightech und sie stellen gerade für die

Evolution jüngerer Berufsleute ein sehr grosses Potenzial dar.

René Senn

Fachgruppe Intelligentes

Wohnen der GNI

DER AUTOR