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06 /2018

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MARKET

 Smarthome-News

Eine smarte Stadt hört auf ihre Bürger

Zum zweiten Mal haben sich im Basler Congress Center

Technologieanbieter, Stadtplaner undWissenschaftler mit

Vertretern aus Politik undWirtschaft zur Smart Suisse ge-

troffen. Der Kongress rund um die smarte Stadt lockte

dieses Jahr über 600 Teilnehmer aus mehr als 120 Gemein-

den an, wie die Veranstalter zur Begrüssung sagten. Ein

Zeichen, dass die Smart-City-Bewegung in der Schweiz

Fahrt aufgenommen habe.

Dies zeige sich auch daran, dass viele Branchen und

wichtige Player aus der Schweizer Wirtschaft an die Ver-

anstaltung gekommen seien, fügte der baselstädtische

Regierungsrat Hans-Peter Wessels an. Er hiess die Besu-

cher im Namen der lokalen Behörden willkommen.

Zwei Themen standen bei der Smart Suisse im Zen­

trum: Vernetzung und Zusammenarbeit. Partnerschaften

seien die Grundlage jeder smarten Stadt, betonte etwa

SBB-Chef Andreas Meyer, der das erste Referat des Tages

hielt.

Wettbewerb der Ideen

Meyer zeigte verschiedene Projekte, die bei den SBB aktu-

ell laufen. Zum Beispiel der Neubau des Wolf-Areals in

Basel als «smartestes Areal der Schweiz». Das Kernge-

schäft der SBB bleibe die Eisenbahn, sagte Meyer. Gleich-

zeitig wolle das Unternehmen aber auch ein Entwick-

lungspartner für smarte Städte sein. Bahnhöfe, Gleisanla-

gen und Fahrzeuge – die SBB suchten nach verschiedenen

Wegen, ihre Infrastruktur und Technik effizienter zu nut-

zen. Das Ziel bestehe darin, «mit weniger mehr und das

besser» zu machen.

Um die Entwicklung in der Schweiz zu fördern, regte

Meyer die Schaffung eines «Smart City Index» an, eine Art

Wettbewerb für die besten Smart-City-Ideen. Die Schweiz

habe es nötig, ein höheres Tempo einzuschlagen, denn

«wir laufen Gefahr, von anderen Entwicklungsstätten

überholt zu werden», sagte der SBB-Chef. Er merkte aber

auch an, dass es nicht ein Smart-City-Patentrezept gebe.

Die Stadt der Zukunft entstehe im Dialog mit ihren Be-

wohnern, die unterschiedliche Bedürfnisse hätten.

Schweizer Städte haben Nachholbedarf

Helle Søholt, CEO des dänischen Architektur- und Pla-

nungsbüros Gehl, gab nicht nur Tipps für eine smarte

Stadtgestaltung – etwa den Einbezug der Bevölkerung, die

Nutzung von Sensordaten und die Überwindung von Si-

In Basel haben sich Unternehmen, Stadtplaner und Experten zur Smart Suisse getroffen. An der

zweiten Ausgabe der Konferenz standen Zusammenarbeit, Vernetzung und die Mitbestimmung der

Bürger im Zentrum. Anbieter und Gemeinden stellten ihre Smart-City-Projekte vor.

Autor: Oliver Schneider

«Wir laufen Gefahr,

von anderen Entwick-

lungsstätten überholt

zu werden. »

Andreas Meyer, CEO, SBB

lodenken in den Verwaltungen. Sie war ausserdem der

Meinung: «Die öffentlichen Plätze in der Schweiz sind

ziemlich langweilig. Asphalt und Autos dominierten hier

noch. Søholt riet den Stadtplanern im Publikum, das Po-

tenzial für grünere und attraktivere Plätze besser zu nut-

zen. Ein Problem sah sie darin, dass Städte auf dem Weg

zur Smart City unterschiedlich weit seien. Unternehmen

wie die SBB sollten deshalb gerade jene Orte unterstützen,

die bei der Entwicklung noch am Anfang stünden.

Thilo Zelt von der deutschen Beratungsfirma Roland

Berger stellte den «Smart-City-Strategie-Index» vor. Eine

weltweite Studie, die Strategien von Städten anhand von

70 Kriterien verglich und anschliessend in einemRanking

einordnete. Mobilität, Energie und Verwaltung stünden

hier meist im Zentrum – Gebäude, Bildung und Gesund-

heit fehlten in vielen Strategien noch. «Wien, Chicago und

Singapur belegen die Spitzenplätze», sagte Zelt.

Schweizer Städte seien in der Studie nicht untersucht

worden, sie dürften aber ins Mittelfeld fallen, so Zelt. Das

Problem hierzulande sei, dass oft Insellösungen gebaut

würden. Es fehlten übergreifende Konzepte und Strate­

gien. Wichtig sei etwa, dass eine zentrale Behörde für die

Smart-City-Strategie geschaffen werde. «Es gibt noch Luft

nach oben», sagte Zelt.

SBB-Chef Andreas Meyer

riet zu mehr Tempo beim

Thema Smart City.

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