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11 /2018

www.cetoday.ch

© netzmedien ag

10

| 

MARKET

Smarthome-News

In Kooperation

René Senn

Fachgruppe Intelligentes

Wohnen der GNI

DER AUTOR

DIE GNI

In der GNI sind Hersteller,

Systemintegratoren und

Dienstleistungsanbieter or-

ganisiert, um das Smart­

home in der Schweiz nach-

haltig zu fördern. Bereits

seit dem Jahr 2000 enga-

giert sich ihre Fachgruppe

«Intelligentes Wohnen» für

dieses Ziel. Sie organisiert

unter anderem Smarthome-Tagungen und ist auch

Mitinitiatorin des Jahrbuchs

«Intelligentes Wohnen». Die

Fachgruppe arbeitet eng

mit dem VSRT, dem VSEI

und weiteren Verbänden

zusammen, denn Vernet-

zung fordert alle Branchen.

Vertiefte Informationen und

Ausbildung sind weitere

wichtige Aufgaben der

Fachgruppe.

Das Lernen wird sich verändern

Smart Building, Smarthome, Smart Metering, BIM, All-IP

und Digitalisierung, alles schreit förmlich nach neuen

Kompetenzen von Firmen und ihren Mitarbeitenden.

Bei der Betrachtung dieser neuen Technologien kom-

men wir immer wieder zumSchluss, dass dieWeiterbildung

der Schlüssel zum Erfolg ist. Die Weiterentwicklung, sei es

die persönliche oder die des Unternehmens, ist aufwändig

und sollte ernster denn je genommen werden. Ihre Planung

ist ein strategischer Prozess im Unternehmen. Im Idealfall

wird die Weiterbildung der einzelnen Mitarbeiter daraus

abgeleitet, wobei ich davon ausgehe, dass sie die Grundbil-

dung bereits absolviert haben. Doch wie kommen diese

grundgebildeten Mitarbeiter zu ihrem optimalen Weiter-

bildungsangebot mit demFokus Gebäudeautomation, und

was wird sich hier in den nächsten Jahren verändern?

Verschiedene Optionen für Weiterbildungen

Bei den Weiterbildungen gilt es zwischen offiziellen Bil-

dungswegen und übrigen Angeboten zu unterscheiden. Die

klassische Ausbildung in der Elektrobranche ist einfach

strukturiert. Die naheliegendeMöglichkeit ist, die verbands­

orientiertenWeiterbildungswege zu absolvieren, bestehend

aus einfachen Weiterbildungen, den Berufsprüfungen und

den höheren Fachprüfungen.

Bei den Berufsprüfungen möchte ich den «Projektleiter

Gebäudeautomation» hervorheben. Diese neue Ausbildung

wird von GNI, VSEI und Suissetec getragen und ist ein viel-

versprechender Lehrgang für alle, die sich intensiv und

breit abgestützt mit den Grundlagen der Gebäudetechnik

auseinandersetzen wollen. Diese Ausbildung ist nicht ein-

fach, aber umfassend. Schulen wie die STFW inWinterthur

oder die IBW in Sargans bieten seit 2018 erste Klassen an.

An dieser Stelle muss auch der Weg über die Höhere Fach-

schule (HF) erwähnt werden. Auch hier gibt es einige Schu-

len in der Schweiz, die Lehrgänge zum Thema Gebäude-

technik und Automation anbieten.

Kombination zwischen Präsenzunterricht und E-Learning

Ausser den offiziellen Ausbildungen gibt es viele weitere

Kurse und Weiterbildungsmöglichkeiten für die Branche.

Die meisten basieren, wie die oben genannten Lehrgänge,

auf dem System Präsenzunterricht. Diese Art der Wissens-

vermittlung bietet klare Vorteile. Doch wie lange kann sie

sich in dieser Form noch halten? Im Zuge der Digitalisie-

rung wird sich zwangsläufig auch die Weiterbildung digi-

talisieren, E-Learning wird wichtiger werden. E-Learning

ist ein weites Feld und ein etwas diffuser Begriff, unter dem

in der Branche noch unterschiedliche Dinge verstanden

werden. Bisher wird es kaum angewendet, dies dürfte sich

in den nächsten Jahren aber ändern.

E-Learning wird vor allem in Verbindung mit Präsenz-

unterricht einen sehr wichtigen Stellenwert erhalten. Es

geht also nicht um Präsenzunterricht vs. E-Learning, son-

dern um eine Kombination der beiden Systeme und die

Entwicklung einer neuen Art des Lernens innerhalb unse-

rer Branche.

Umgang mit E-Learning

Die Schwierigkeit von E-Learning wird anfangs darin be-

stehen, dass die Unternehmen den Begriff des Lernens neu

verstehen müssen. Es kann in Zukunft vorkommen, dass

sich einer ihrer Mitarbeiter in einem Sitzungszimmer ein-

schliesst, um an einem Webinar teilzunehmen, zu dem er

exklusiv eingeladen wurde. Er ist dann zwei Stunden absor-

biert, hat aber keine Fahrzeiten für den Besuch eines Kur-

ses. Auf das Webinar muss er sich vorbereiten, in einem

Chatroom kann er dazu Fragen stellen. Das Webinar selbst

ist ähnlich wie ein Seminar mit Präsenzunterricht.

DemMitarbeiter muss danach auch eine gewisse Nach-

bearbeitungszeit eingeräumt werden. Denn soll der erziel-

te Lernfortschritt erhalten bleiben, ist es wichtig, dass sich

die Inputs setzen können. Ein anderer Mitarbeiter setzt sich

vielleicht am Freitagnachmittag hin und macht online ein

webbasiertes Training, um seine Fähigkeiten im Bereich

Netzwerke und Datenvisualisierung auszubauen und zu

verbessern. Dabei wird er parallel an einer Anlage im Un-

ternehmen etwas, das er gerade gelernt hat, nachvollziehen

wollen, damit er es repetieren und eigene Erfahrungen da-

mit sammeln kann. Diese Zeit muss ihmdas Unternehmen

zur Verfügung stellen.

Ausblick in die Zukunft

Was heute noch nach Zukunft und Vision klingt, wird schon

in wenigen Jahren eine Selbstverständlichkeit sein. Es wird

deshalb Zeit, dass sich die Unternehmen unserer Branche

auf digitales Lernen einstellen und sich in der Unterneh-

mensentwicklung darüber Gedankenmachen. Neben klas-

sischem Präsenzunterricht werden sich digitale Lernfor-

men zunehmend in der Weiterbildung verankern und uns

damit auch ganz neue Chancen bieten.

Was kommt für Gebäudeautomatiker nach der Grundbildung, und was kommt vor allem

in Sachen Bildung die nächsten Jahre auf uns zu? Ich wage eine Behauptung und einen Ausblick

auch bezüglich neuer Technologien und neuer digitaler Lernformen.

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