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05 /2018

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In Kooperation

MARKET 

Smarthome-News | 

11

René Senn

Fachgruppe Intelligentes

Wohnen der GNI

DER AUTOR

DIE GNI

In der GNI sind Hersteller,

Systemintegratoren und

Dienstleistungsanbieter or-

ganisiert, um das Smart­

home in der Schweiz nach-

haltig zu fördern. Bereits

seit dem Jahr 2000 enga-

giert sich ihre Fachgruppe

«Intelligentes Wohnen» für

dieses Ziel. Sie organisiert

unter anderem Smarthome-Tagungen und ist auch

Mitinitiatorin des Jahrbuchs

«Intelligentes Wohnen». Die

Fachgruppe arbeitet eng

mit dem VSRT, dem VSEI

und weiteren Verbänden

zusammen, denn Vernet-

zung fordert alle Branchen.

Vertiefte Informationen und

Ausbildung sind weitere

wichtige Aufgaben der

Fachgruppe.

Immer ein Schritt hinterher

Während es früher beim Smarthome technisch gesehen

um Netzwerkkabel, ein bisschen Licht, Multimedia, Ja-

lousien und allenfalls die Heizungssteuerung ging, wird

der Smarthome-Markt der Zukunft um einiges komple-

xer, als es sich manch einer der zum Glück immer rarer

werdenden Skeptiker wünschen würde. Die klassische

Verdrahtung, die sich seit vielen Jahrzehnten nicht mehr

gross geändert hat, wird schon seit Jahren ergänzt durch

intelligentere Technologien, die höchst interessante

Möglichkeiten bieten, dem Elektrobusiness mehr Zeit-

geist einzuhauchen. Doch ein Grossteil der Branche woll-

te das fast 28 Jahre lang nicht wahrhaben.

Grosse Innovationskraft der Produkte

Vor 28 Jahren lancierte eine Gruppe innovativer Herstel-

ler ein Bus-basiertes Netzwerk für die Gebäudesystem-

technikmit demZiel, für die Zukunft gewappnet zu sein.

Damals hiess es EIB, heute KNX. Inzwischen ist KNX ein

weltumspannendes Netzwerk und Studien zufolge das

meistverbreitete System für die Hausautomation. In den

letzten Jahren sind viele weitere Systeme hinzugekom-

men, und die Auswahl ist schlicht umwerfend. Und das

Schöne an der Technologie ist, dass sie immer raffinierter

und intelligenter wird.

Die Weltleitmesse für Licht und Gebäudetechnik, die

Frankfurter Light +Building, zeigte es deutlich: Smart­

home und IoT stehen mehr denn je im Fokus moderner

Haussteuerungssysteme. Was die Hersteller an Innova-

tionskraft bieten, muss der Grossteil der Branche wahr-

scheinlich erst verdauen. Bei den

Produkten haben sich viele Details

verändert, etwa beim Design und

der Funktionalität, oder die Inte­

gration wurde vereinfacht.

Es ist aber leider nicht der elek-

trische Urknall 2.0, der die schla-

fenden Stromer aus ihrer Komfort-

zone reisst. Der Schmerz kommt langsam, kontinuierlich

und für viele unmerklich wie beimFrosch imBottich, der

den richtigen Zeitpunkt verpasst, um aus dem heisser

werdenden Wasser zu springen. Viele in der Branche

kommen noch irgendwie darum herum, ihre Kunden

korrekt zu beraten und aus deren Häusern und Woh­

nungen smarte und zeitgemässe Projekte zu machen.

Aber seien wir ehrlich, eine Eigentumswohnung nach

Schema 3 ist wirklich nicht mehr modern. Das wäre, wie

wenn amAutomobilsalon 2018 ein Automit Handkurbel

für das Öffnen der Scheiben als State of the Art bezeichnet

würde.

Der Fortschritt ist nicht aufhaltbar

Es wird Zeit, dass die Fensterkurbel aus dem Wohnum-

feld verbannt wird. Es kommen laufend neue, komplexe-

re Systeme und Geräte auf denMarkt, die aufgrund ihres

Aufbaus und ihrer Technologien zunehmend Fachwissen

über Programmiersprachen erfordern. Es liegt auf der

Hand, dass wir Next-Generation-Personal brauchen, das

mit modernen, intelligenten und vernetzten Gebäude-

techniksystemen umgehen kann, dafür aber eventuell

nicht mehr weiss, wie man eine Kochplatte auswechselt.

Unternehmen, die vor Jahren in den Smarthome-

Markt eingestiegen sind, verfügen inzwischen über einen

grossen Erfahrungsschatz, von dem sie täglich profitie-

ren. Unternehmen hingegen, die den Schritt Richtung

Smarthome noch nicht gewagt haben, müssen sich

mächtig ins Zeug legen, um den mittlerweile grossen

Rückstand aufzuholen.

Die Anforderungen an denmodernen Installateur sind

gewaltig. Am Horizont zeichnet sich bereits die nächste

Technologieinnovation ab, welche die Aufgaben der Bran-

che erneut komplett neu definieren wird. (Für einmal ist

nicht Building Information Management, kurz BIM, ge-

meint, obwohl dies auch ein sehr aktuellesThema ist. BIM

ist aber weniger ein technologischer Aspekt als vielmehr

eine methodische Betrachtung, die

den Bauprozess stark verändern

wird oder bereits verändert hat.)

Nein, es geht hier um vernetzte

Energieversorgung, Smart-Grid, die

zunehmende Elektromobilität, Bat-

teriespeicher und den Eigenstrom-

verbrauch. Das sind die Trendthe-

men der Zukunft, und sie liegenmitten imBetätigungsfeld

der Elektrobranche. Was für eine Chance, was für ein

Traum, was für eine Perspektive für junge Berufsleute!

Smarthome und Clean Tec, Next-Generation-Technologie!

Das ist unser Job, unsere Kompetenz und unser Berufsbild.

Es gilt deshalbmehr denn je, sich Zeit für Weiterbildung zu

nehmen. Immer mit dem Ziel, nicht schon wieder den ei-

nen Schritt zu spät zu sein.

Next Generation, beziehungsweise Next-Generation-Personal für Next-Generation-Technologie, um

ganz modern zu sein, klingt speziell. Es braucht sie, um das zu meistern, was demnächst auf unsere

Elektrobranche zukommt. Ist sie für diesen nächsten Entwicklungsschritt bereit?

«Die Anforderungen an

den modernen Installateur

sind gewaltig. »